Narabo - Alan Watts - Weisheit des ungesicherten Lebens

Wir wollen das Leben immer stärker planen und kontrollieren.

Die erschreckende Realität des Lebens besteht aber darin, dass wir das Leben nun einmal nicht begreifen können. Und dennoch versuchen wir mit all unserer Kraft, uns ein gewisses Maß an Sicherheit zu erschaffen. Als Philosoph des Zen-Buddhismus deckt Alan Watts unsere fälschlichen Annahmen hinsichtlich der Realität auf und ergründet im selben Zug welche ängstlichen Impulse uns dazu verführen nach Sicherheit zu streben.

INHALT ÜBERBLICK
  1. Das Leben ist ein strömender Fluss
  2. Wie sehen wir die Welt?
  3. Die große Verblendung – Fanatischer Sicherheitswunsch
  4. Sicherheit tötet Freiheit
  5. Alan Watts – Die Weisheit der östlichen Philosophie
  6. Die Illusion des Ego
  7. Fazit: Erlösung für die Welt
  1. Wie verhalten wir uns zur verfliegenden Zeit?
  2. Wie beeinflusst unsere begrenzte Wahrnehmung unseren Alltag?
  3. In welcher Beziehung steht unser modernes Leben und der Angst vor dem Tod?
  4. Wie interagieren Sicherheit und Freiheit in Bezug auf den Menschen?
  5. Wie können wir nachhaltige Sicherheit in unserem Leben erschaffen?

Das Leben ist ein strömender Fluss

Der antike vorsokratische Philosoph Heraklit soll vor circa 2500 Jahren die Philosophie des beständigen Werdens und Vergehens vertreten haben. Nichts im weiten Kosmos sei beständig, konstant oder ewig – vielmehr sei alles in einer punktuellen Umwandlung begriffen. Einer seiner in die Geschichte eingegangenen Leitsätze lautet wie folgt:

Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln (πάντα ῥεῖ). [1]

Damit traf Heraklit eine unheimlich kluge Feststellung, die mit ihrem Scharfsinn doch schon einen wunden Platz in unseren Herzen berührt. Schließlich sind wir mit unserer gewöhnlichen Vorstellungen von Welt und Mensch daran gewöhnt, in Maßstäben der Einheit und Abgeschlossenheit zu denken.

In anderen Worten sehen wir uns selbst als ein eigenständiges Objekt, genauso wie den Baum im Park, die Autos auf der Straße, die Wolken im Himmel und so weiter. Für uns wird es nun dann unangenehm, wenn wir aus diesem gegenständlichen Denken, das automatisch mit einem Verständnis von großer Dauerhaftigkeit zusammenhängt, heraustreten müssen.

Wir können uns mit der Vorstellung an eine sich ständig, d.h. eine sich in jedem Moment wandelnde Welt nicht so wirklich anfreunden, weil wir in unserem Alltagsdasein kaum etwas davon mitbekommen. Ich meine, es heißt ja so schön: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“, oder eben „Was ich nicht sehe, das gibt es (für mich) auch nicht.“ Was wir daraus entnehmen können, ist zum einen natürlich das darin vorhandene Maß an Ignoranz – aber darauf möchte ich hier nicht hinaus.

Wie sehen wir die Welt?

Der Kernpunkt ist die zweite Feststellung, nämlich dass unsere Wahrnehmung von Veränderung und Wandel allein schon durch die Grenzen unserer Sinne auf eine sogenannte makroskopische Ebene beschränkt ist. Makroskopisch allein deshalb, weil wir die Welt nur in einem sinnvollen Verhältnis zu uns selbst erfassen können, demzufolge nur in einem menschlichen Maßstab.

Daraus folgt, dass wir als Menschen in einer eingeengten Blase der Wahrnehmung festsitzen, da wir Objekte nur in der Größenordnung kleiner Bruchteile oder in Vielfachen von einigen Metern sehen können. Damit würden wir uns zunächst nur auf eine rein quantitative Ebene beziehen. Wir sind darüber hinaus noch durch eine qualitative Ebene beschränkt, nämlich durch die Art unserer Sinne.

Unser Geruchs-, Hör- und Tastsinn sind auf eine gewisse Wahrnehmungspanne eingegrenzt, sodass wir immer nur einen Teil der Realität registrieren. Man könnte sagen, wir bewegen uns zwischen einem Nadelöhr und der Weite des Horizonts. Bienen zum Beispiel orientieren sich dagegen an UV-Licht, das wir nicht sehen können.

Wir besitzen also eine äußerst spezifische Einschränkung in unserer Wahrnehmung der Realität. So kann ebenfalls keiner bemerken, dass in genau diesem Augenblick abertausende Körperzellen sterben, während andere sich teilen und damit gleichzeitig neue erschaffen.

Das Leben als Daumenkino

Narabo - Alans Watts - Weisheit des ungesicherten Lebens

Alan Watts – Philosoph des Zen

Demzufolge wachen wir nun Tag für Tag auf, ohne uns bewusst zu sein, dass wir eben gar kein fixiertes und konstantes Wesen sind. Wir haben trotzdem ein gewisses Empfinden dafür, dass alles sich letztlich doch verändert – das nennen wir dann die Zeit. Erfinden, nicht mehr tun wir, wenn wir dieses Phänomen aus dem Vergleich von scheinbar konstanten Objekten, die wir doch nur beschränkt beobachten können, erschließen.

Die Zeit ist für uns allerdings so flüchtig, dass uns z. B. die Wege vom Kind zum Greis wie ein plötzlicher Sprung erscheinen. Nicht zuletzt, weil unsere Wahrnehmung lediglich abgehackt, ja stotterig arbeitet. In Gedanken fühlen wir uns vom Leben absolut betrogen, weil uns die Erinnerung an ein vergangenes Ereignis nur noch fern und fremd ist.

Wir fühlen Schmerz und Verbitterung in der Erkenntnis darüber, dass alles altert, zerfällt und stirbt – uns selbst natürlich eingeschlossen, was wohl der größte Schlag ist. Das Leben ist kurz, das hört man ständig, aber dass es wirklich vorbeizieht, bemerken wir gar nicht.

Auf diese Weise streifen wir ein bekanntes Kernmotiv, das in der Geschichte Europas eine wichtige Rolle gespielt hat: der Vanitas-Gedanke. Bereits in der Antike klagten die Menschen über Vergänglichkeit in der Überzeugung, dass sie nicht aufzuhalten sei – ja das irdische Leben sei sogar nichtig!

Wenn das Leben in Schmerz, Unvollkommenheit und Nichts endet, scheint es eine grausame, gar nutzlose Erfahrung für Wesen, die geboren sind zu denken, zu schaffen und zu lieben. [2, S.10]

Eine direkte Konsequenz der Angst vor Vergänglichkeit ist das konkrete Bestreben nach der Ausrichtung auf den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Die Menschen hechteten schon immer nach einer erhofften Lösung, um ihr vergängliches Dasein auf Erden nicht so sinnlos erscheinen zu lassen wie es nun einmal wirken kann.

Der Mensch als ein Geschöpf der Vernunft, wünscht, dass auch sein Leben einen vernünftigen Sinn hat; er findet es nun schwer, zu glauben, dass es einen solchen habe, solange es nicht über das hinausgeht, was er sieht – es sei denn, es gäbe eine ewige Ordnung, ein ewiges Leben hinter diesen ungewissen und vergänglichen Erfahrung von Leben und Tod. [2, S.10]

Die große Verblendung – Fanatischer Sicherheitswunsch

All die vorangegangenen Überlegungen münden in ein gemeinsames Fazit: Der Mensch besitzt eine tiefe Angst vor dem Tod und der Vergänglichkeit. Und dazu kommt, dass diese Angst proportional mit der enormen Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft zunimmt, weil unser Eindruck von Zeit vollkommen auf eine absolut vernachlässigbare Größe komprimiert wird.

Das ist für die unmittelbare Gegenwart unglaublich bedeutsam, denn immerhin leben wir in einer Zivilisation, die sich Tag für Tag selbst überschlägt. Das moderne Motto „Fortschritt, Fortschritt, immer weiter“ ist nicht zuletzt auf genau diese Angst vor dem Tod zurückzuführen.

Da der moderne Mensch in diesem blitzschnellen Gefüge von Pflicht und System niemals wirklich lebt, möchte er keinesfalls sterben, und die Wissenschaft gibt ihm hierzu Anlass zur Hoffnung. Sie soll das Ticket zur Ewigkeit sein. In diesem Sinne ersetzt das Bestreben der modernen Wissenschaft den mittelalterlichen Glauben, da der Gedanke von Erlösung von Religiosität hin zu Fortschritt übertragen wurde.

Altersforscher, langfristige Kosmetik, Schönheits-OPs, Sport gegens Altern, Technologien zur Lebenserhaltung, Leichenkonservierung – bitte nur nicht alt aussehen und bloß nicht sterben. Es ist kein Wunder, dass wir immer mehr davon hören, dass Wissenschaftler darin bestrebt sind den menschlichen Geist auf einem Siliziumchip zu speichern, um somit ewiges Leben zu erlangen.

Wir scheinen wie Fliegen zu sein, die im Honig gefangen sind. Weil leben süß ist, wollen wir es nicht aufgeben, und je mehr wir darin aufgehen, je mehr werden wir eingefangen, eingeengt und enttäuscht. [2, S.41]

Sicherheit tötet Freiheit

Dieses Verhalten ist einzig und allein ein destruktiver Prozess, der uns immer mehr selbst zerstört.

Der moderne Mensch begreift nicht, dass seine Versteifung auf die hypothetische Zukunft dafür sorgt, dass seine eigene Wahrnehmung noch mehr eingegrenzt wird. Er distanziert sich damit also wiederum mehr vom Leben, als sein Wunsch nach Leben es bereits tut, und verliert dementsprechend jeden Bezug zum gegenwärtigen Moment.

Sein Klammern und Festhalten ist wie ein eiserner Griff, der dem Leben die Kehle zuschnürt – dies ist das gewaltige Übel der Sicherheit: es rottet der Angst wegen jede Offenheit und Möglichkeit zur Freiheit aus. Doch wie sieht das Streben nach Sicherheit denn konkret aus?

Ein solches Verhalten äußert sich in erster Linie in dem Eifer, feste Grundpfeiler zu erschaffen. Zu diesen zählen die Anhäufung materiellen Besitzes, das Festhalten an Werten und Ideen über sich selbst und den Lauf der Welt, sowie im Allgemeinen die Unfähigkeit sich auf eine Veränderung einzulassen, weil man eine so übergroße Angst vor dem Ungewissen hat.

Die große Frage lautet nun: Wie können wir es bewerkstelligen, unsere Angst zu überwinden und das Verlangen nach absoluter Sicherheit abzulegen? Wie können wir aus dieser Falle herauskommen?

Alan Watts – Die Weisheit der östlichen Philosophie

Diese Falle hat einen Namen, ja sie nennt sich Ego. Um die Feinheiten dieses Themas besprechen zu können, benötigen wir zunächst ein kurzes Vorwort. Wie ich bereits erwähnt habe, war Alan Watts ein Philosoph des Buddhismus, Zen und Taoismus und bietet folglich im Rahmen ihrer Philosophie eine Antwort auf die obigen Fragen.

Im Gegensatz zu Glaubensreligionen bieten der Buddhismus, Zen und Taoismus keine wirkliche „Lehre“, sondern vielmehr einen Weg, und die Auflösung der Bindung zum Ego ist einer der elementaren Hauptteile dieses Wegs, welcher in der europäischen Philosophie gerade im Gegenteil nur verstärkt wurde.

Die dogmatische Religion ist für die meisten Menschen – wie wir bereits erkannt haben – nur eine weitere Option, sich in Sicherheit zu wiegen, indem sie an sinnfreie Versprechungen des ewigen Lebens sowie an der Überlegenheit eigener Überzeugungen festhalten.

Die meisten von uns glauben, um sich sicher zu fühlen, um ihrem Leben Wert und Bedeutung zu geben. Glauben ist auf diese Weise zu einem Versuch geworden, sich an das Leben zu klammern. [2, S.23f.]

Ich bin ein selbstständiges Wesen, basta!

Der Hauptpunkt des Wegs, den der Buddhismus, Zen und Taoismus zu gehen anbieten, besteht aus dem genauen Gegenteil des Klammerns und Festhaltens, nämlich aus dem Loslassen in das Nichts. Man bricht mit dem Brauch den Menschen als getrenntes Wesen zu betrachten, weil er ein solches schlicht gesagt nicht ist. Vielmehr ist alles Leben eine Ausprägung des Kosmos und nicht ohne die Mitwelt zu denken.

So beschreibt die erste edle Wahrheit des Buddhismus, genannt dukkha (Sanskrit für Leiden, schwer zu ertragen oder unbefriedigend), dass die Anhaftung an die Illusion eines Ichs immer wieder nur neues Leiden verursacht.

Dieses so stetige Leiden ist natürlich der Ausgangspunkt für das Klammern an falsche Sicherheiten und die Angst vor der Sterblichkeit. Jene Illusion des Ichs nennen wir nun Ego oder Ahamkara (Identität!) im Sanskrit, welche mit unserem Selbstbild und unseren hartnäckigen Urteilen über uns und die Welt übereinstimmen.

Für jemanden, der noch nie etwas mit der buddhistischen Weisheit zu tun hatte, klingt dies zu Beginn, vor allem im Kontrast zum Großteil der westlichen Philosophie, stets ziemlich esoterisch und ist im Kern überhaupt nicht leicht zu durchschauen, weil sie zum Großteil auf einer Erfahrung des Lebens aufbaut und nicht auf Ideen über das Leben.

Dabei beschreiben viele östlichen Weisheiten, sofern sie nicht ideologisch missbraucht werden, nichts anderes als die unmittelbare und vom verblendeten Denken losgelöste Einsicht in das wahre Sein der menschlichen Realität.

Die Illusion des Ego

Insbesondere da dieses Konzept des Ego auch tief in unserer Sprache verwurzelt ist, fällt es generell schwer sich davon zu verabschieden. Wir sprechen schließlich von „Ich lese“ oder „Du sprichst“ und was damit in Verbindung gebracht wird, ist die Vorstellung, dass es ein getrenntes Wesen (die Seele) gibt, das in der Hülle des Körpers lebt und von der äußeren Welt abgespalten ist.

Der Mensch hat den fatalen Eindruck, er sei ein Beobachter in einer fremden Welt, die mit ihm nichts zu tun hätte. Man spricht auch von einer sogenannten Totalität, was nichts anderes heißt, als dass jeder sein ICH absolut setzt, indem er sich von der Welt trennt. Es gibt dann automatisch ein Ich und ein Du, ein Eigenes und ein Anderes usw.

Der wirkliche Grund, warum das menschliche Leben so äußerst verbitternd und enttäuschend sein kann, liegt nicht darin, dass es Tod, Schmerz, Furcht oder Hunger gibt. Das Wahnsinnige daran ist, dass wir – sobald solche Tatsachen gegenwärtig werden – zu kreisen, herumzusausen, und uns zu winden und zu wirbeln beginnen in dem Versuch, das „ICH“ aus der Erfahrung loszubekommen. [2, S.94]

Löst man sich jedoch von dieser Illusion, gibt es kein „Ich lese“ oder „Du sprichst“ mehr, sondern all das passiert einfach, und zwar ohne das aktive Zutun eines getrennten Subjekts. Dies ist nicht synonym mit der Pflicht unsere Individualität zu leugnen oder zu sagen, dass wir eigentlich gar nicht existieren oder so ähnlich.

Nein, alles was wir damit tun ist, jene Tatsache zu betrachten, die sich ergibt, wenn wir einmal ohne Scheuklappen auf das Leben blicken und unser vorgefasstes Denken ablegen: Dass das Selbst sich selbst und alle Dinge praktiziert und bestätigt, ist Illusion. Dass alle Dinge herbeikommen und das Selbst praktizieren und es bestätigen, ist Erleuchtung. [3]

Betrachten wir das „Ich“ jedoch aus dem ursprüngliche Konzept heraus, entsteht folgend der Eindruck, dass das Selbst, also das Ego, konstant und beständig sei und so nur der Körper unter den Gebrechen des Alters zerfällt, wogegen der Geist abgeschlossen und als eigenständige Einheit bis zum Tode seiner Hülle fortbesteht – oder je nach Glauben, dann in ein ewiges Leben nach dem Tode eintritt.

Dies ist somit der Grund und Boden aller hier aufgeführten Probleme: Unser Selbstbild und Ego sieht sich als unwandelbar und ewig, sodass es in einer Welt des Wandels ständig gegen all die Prozesse der fortlaufenden Vergänglichkeit kämpft. In anderen Worten, handelt es sich um einen einzigen Selbsterhaltungstrieb, dessen Bestreben sich darauf ausrichtet, etwas zu erhalten, was nicht ewig währen soll.

Das Ego sieht sich als ein Opfer der Vergänglichkeit.

Warum muss ICH sterben?

Das Ego fühlt sich angegriffen durch die Kräfte der „äußeren Welt“ und betrachtet den Tod nur als ein Mittel der Zerstörung. Das Klammern an Sicherheit ist nichts als der klägliche Versuch sich dem Wandel zu entziehen, was gleichbedeutend damit ist, aus der Harmonie des Lebens zu treten.

Jedwede Form ist in Wirklichkeit eine Bewegung, und jede lebende Sache ist wie der Fluss, der, würde er nicht irgendwo ausströmen, nie imstande wäre, einzuströmen. Leben und Tod sind nicht einander entgegengesetzte Kräfte; es sind doch lediglich zwei verschiedene Arten, die gleiche Kraft zu sehen [2, S.43f.].

Ist es nicht ein befremdlicher innerer Widerspruch sowie ein unnatürliches Paradoxon, das das geistige „ICH“ sich dem Wechsel im anderen „ICH“ und dem ihn umgebenen Universum widersetzt?

Der Wechsel ist nicht nur eine zerstörende Kraft. [ebd.]

Fazit: Erlösung für die Welt

Anstatt am Ende nun noch eine ewig lange Predigt zu halten, will ich Alan Watts abschließend einfach nochmals zu Wort kommen lassen. Allerdings  muss ich zuvor noch meine größte Empfehlung dafür aussprechen, sein Buch [2], welches den ganzen Kern dieses Artikels bildet, selbstständig zu lesen.

Auch für die skeptischen Europäer, oder (gerade) für Anhänger eines Glaubens, liefern seine Überlegungen zu Zen, Buddhismus und ihrer Lebensphilosophie erstaunliche Einblicke in eine uns völlig fremde Einstellung und Haltung.

Wie bereits erwähnt, geschieht dies nicht in der Form einer anderen Lehre, sondern vor allem durch die kritische Reflexion und Aufschlüsselung der eigenen Überzeugungen. Die Lösung unserer Ängste und die Befreiung vom Streben nach Sicherheit, das unsere Welt in gar unglaublicher Weise zerstört, liegt in der klaren Einsicht und der Freisetzung von einem Ich-Bin, Ich-Will und Ich-Muss.

Gesundheit, Vollständigkeit und Unversehrtheit liegen in der Erkenntnis, dass wir ungeteilt sind, dass der Mensch und seine gegenwärtige Erfahrung eins sind, und dass es ein abgesondertes „ICH“ oder Denken nicht gibt.
[2, S.94f.]


Quellen und Verweise

[1] Pánta chorei kaì oudèn ménei | siehe: Buch: Die Fragmente der Vorsokratiker oder: Hermann Diels: Simplicius, In Aristotelis physicorum libros quattuor posteriores commentaria. Reimer, Berlin 1895 (Nachdruck: De Gruyter 1954), (Commentaria in Aristotelem Graeca 10) S. 1313 | Literatur (DEU)

[2] Alan Watts – Weisheit des ungesicherten Lebens, Knaur Verlag, 2014 | Literatur (DEU)

[3] Shōbōgenzō, in Keiji Nishitani: Was ist Religion?, Frankfurt am Main, 1986, S.259 | Literatur (DEU)

Empfehlungen

Buch: Byung-Chul Han: Philosophie des Zen-Buddhismus | Literatur (DEU)

Buch: Hans-Peter Hempel: Alle Menschen sind Buddha | Literatur (DEU)

Podcast: Do Not Think Too Much – Alan Watts | YouTube (ENG)

Buch: Hermann Hesse: Siddhartha – Eine indische Dichtung | Literatur (DEU)

Blog: Masanobu Fukuoka – Über die Beziehung des Menschen zur Natur | Blog (DEU)