Narabo - 7 spirituelle Gesetze des Erfolgs - Deepak Chopra - Hinduismus

Erfolg ist zu einem zwiespältigen Leitwort des modernen Lebens geworden.

Eine gängige Vorstellung, die man mit der Verwirklichung von Erfolg assoziiert lautet, dass der Mensch in unserer Gesellschaft nur dann erfolgreich sein kann, wenn er hart genug arbeitet und in gewisser Hinsicht gar in ständiger Konkurrenz mit seiner Umgebung steht. Deepak Chopra lehrt uns eine völlig andere Sichtweise.

INHALT ÜBERBLICK
  1. Deepak Chopra – Über den Autor
  2. Was ist wahrer Erfolg?
  3. Eins: Das Gesetz des reinen Potenzials
  4. Zwei: Das Gesetz des Gebens
  5. Drei: Das Gesetz des Karmas oder von Ursache und Wirkung
  6. Vier: Das Gesetz des geringsten Aufwandes
  7. Fünf: Das Gesetz von Absicht und Wunsch
  8. Sechs: Das Gesetz des Loslassens
  9. Sieben: Das Gesetz des Dharmas oder vom Sinn des Lebens
  1. Was sollte man über den zeitgenössischen und populären Autor Deepak Chopra wissen?
  2. Wie können wir wahren Erfolg definieren?
  3. Was bedeutet die hinduistische Auffassung, dass der Mensch reines Bewusstsein ist?
  4. Auf welche Weise kann man das Karma-Gesetz interpretieren? Was ist Karma?
  5. Warum sind Intention, Aufmerksamkeit und Loslassen so wichtig?
  6. Was ist das Dharma in Bezug auf den wahren Erfolg im Leben?

Deepak Chopra – Über den Autor

Narabo - Hinduismus - 7 Gesetze des Erfolgs - Dr. Deepak Chopra

Dr. Deepak Chopra (2008) [1]

Deepak Chopra (* 1946) ist ein überaus populärer Autor und Doktor der Medizin im Bereich Endokrinologe [2]. Seine Arbeit als Schriftsteller machte ihn weltweit bekannt und vor allem aufgrund seiner Versuche altindische (siehe hier Hinduismus) Anschauungen mit moderner Forschung zu verknüpfen auch ziemlich kontrovers. Oftmals wird ihm noch bis heute pseudo-wissenschaftliche Ignoranz vorgeworfen, wie zum Beispiel vom Direktor des National Center for Science Education (NCSE) Steve Newton [5], der auch Professor der Geologie ist.

Trotz mehrfacher Differenzen mit einigen gewichtigen Namen aus der Wissenschaft, kann niemand leugnen, dass Dr. Chopra mehr als 80 Bücher verfasst hat, die in mehr als 43 Sprachen veröffentlicht wurden, darunter 22 Bestseller der New York Times. Zwei seiner Bücher, Ageless Body, Timeless Mind (1993) und The Seven Spiritual Laws of Success (1995) wurden auf der Jahrhundert-Bestseller-Liste der Bücher anerkannt [2].

Außerdem hat eine globale Internetumfrage der World Post und der Huffington Post ihn zum 17. einflussreichsten Denker der Welt und zur Nummer 1 in der Kategorie Medicine Fitness gewählt. Das TIME Magazine hat Dr. Chopra als „eine der 100 größten Leitfiguren des Jahrhunderts“ beschrieben [2].

Dr. Chopra ist Gründer mehrerer humanitärer Organisationen, darunter die Chopra Foundation, eine Organisation, die sich – eigenen Angaben zufolge – der Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens verschrieben hat, spirituelles Wissen kultiviert, das Bewusstsein erweitert und den Weltfrieden für alle Mitglieder der menschlichen Familie fördert. Die Mission der Chopra Foundation besteht darin, durch Fundraising für ausgewählte Projekte die Heilung von Geist und Körper, Bildung und Forschung voranzutreiben [3].

Warum sollte man Chopras Werke beachten? Dr. Chopra ist im Bereich der Medizin und Spiritualität eine durchaus beachtenswerte Person, weil er dem reduktionistischen, wissenschaftlichen Konsens entgegentritt, ein Mensch sei nichts weiter als ein Haufen Materie, den man kurz mit Pillen heilen könne. Heilung und Lebensqualität beginnt im Geist, so könnte man das Motto der Chopra Foundation lauten lassen.

Was ist wahrer Erfolg?

In seinem Werk Die sieben geistigen Gesetze des Erfolgs beginnt Chopra sehr passend mit der Kernfrage, was Erfolg überhaupt ist. Für uns sollte diese Frage aus der Perspektive unserer modernen spätkapitalistischen Gesellschaft leicht zu beantworten sein: Erfolgreich ist, wer viel Geld hat, viel Ansehen, viel Status, viel Freiheit, viel Luxus, viel Bequemlichkeit, das heißt möglichst viel äußeren Schein.

Dass diese Sichtweise nichts als einen trügerischen Scheinerfolg darstellt, sollte uns auch klar sein. Unentwegter Konkurrenzkampf kann nie die Grundlage wahren Erfolgs sein und in diesem Sinne ist unsere gesamte Kultur auf dramatische Weise erfolglos, da wir ja auf Ausbeutung eingestellt sind und nicht auf Harmonie. Chopra definiert Erfolg mit diesen Worten:

Man könnte Erfolg im Leben als eine ununterbrochene Fortsetzung von Glück beschreiben, als die fortwährende Verwirklichung wertvoller Ziele. Erfolg ist die Fähigkeit, sich alle Wünsche mühelos uns leicht zu erfüllen. Doch Erfolg, auch die Schaffung von Wohlstand, wurde immer schon als ein Prozess betrachtet, der harte Arbeit erfordert.

Oft glaubt man auch, er könne nur auf Kosten anderer stattfinden. Was wir tatsächlich brauchen, ist eine geistige Einschätzung von Erfolg und Wohlstand, denn Wohlstand ist ein breiter Strom aller guten Dinge im Leben. [4, S. 2f.]

Mehr Geld, auch mehr Erfolg?

Was unsere zeitgenössische Haltung angeht, sind wir demzufolge mit unseren Workaholics, verkappten Investoren und stinkreichen Promis absolut auf dem Holzweg. Das sind keinesfalls Vorbilder des Erfolgs, denn sie alles, was sie zunächst besitzen, ist Geld. Ob sie auch erfolgreich sind, ist eine andere Frage.

Erfolg hat viele Komponenten und materieller Wohlstand ist nur eine davon. Erfolg ist überdies ein Weg, kein Ziel. Materielle Fülle ist in all ihren Ausdrucksformen zufällig nur eines jener Dinge, die diesen Weg erfreulicher machen. Aber zum Erfolg gehören nun auch Gesundheit, Energie, Lebensfreude, erfüllende Beziehungen, kreative Freiheit, emotionale und seelische Stabilität, Wohlbefinden und Seelenfrieden[4, ebd.]

Wenn man die geistigen Gesetze kennt und anwendet, steht man in einem harmonischen Verhältnis zur Natur und schöpft daraus sorglos, freudig und liebevoll. [4, S. 2]

Eins: Das Gesetz des reinen Potenzials

Das erste Gesetz für wahren Erfolg basiert für Chopra auf der Tatsache, dass jeder Mensch seinem Wesen nach reines Bewusstsein ist, und reines Bewusstsein ist reines Potenzial, eine allmächtige kreative Schöpfungskraft.

Wenn du deine wahre Natur entdeckst und weißt, wer du wirklich bist (nämlich reines Bewusstsein), liegt in diesem Selbstwissen die Fähigkeit jeden Traum zu erfüllen, weil du die ewige Möglichkeit bist, das unermessliche Potenzial von all dem, was ist und was sein wird. [4, S. 9f.]

Man könnte das Gesetz des reinen Potenzials auch das Gesetz der Einheit oder des Einsseins nennen, weil ihm zugrunde liegt, dass der Mensch nicht von der Welt getrennt ist, sondern ganz im Gegenteil mit dem gesamten Kosmos eine Einheit bildet. Die praktische Umsetzung dieses Gesetzes ist durch die konkrete Erfahrung dieser Einheit möglich. Meditation, das Verweilen in Stille, das Ablassen von Urteilen und Naturbegegnungen sind nur einige Beispiele, um dies im Alltag zu verwirklichen.

Zwei: Das Gesetz des Gebens

Das Leben ist in keiner Faser statisch, sondern immer in ständiger Veränderung. Dasselbe gilt für unseren Körper, für die Ozeane und auch für die Planeten – ja für den ganzen Kosmos. In dieser Dynamik steckt das Leben selbst. Der Philosoph und Zen-Lehrer Alan Watts prägte hierfür folgenden Spruch:

Je mehr eine Sache dazu neigt, dauerhaft zu sein, desto mehr neigt sie dazu, leblos zu sein.
– Alan Watts

Je mehr wir daran festhalten etwas zu besitzen, desto sicherer wird es auch, dass wir es, gerade aufgrund dieses Begehrens, verlieren werden, weil wir den natürlichen Fluss des Lebens unterbinden wollen. Seligkeit und Erfolg liegt in der Erkenntnis verborgen, dass Geben niemals ein Verlust ist.

Das Universum operiert mit dynamischem Austausch … Geben und Nehmen sind verschiedene Aspekte der im Universum fließenden Energie. Und in unserer Bereitschaft, das zu geben, was wir selbst suchen, bewahren wir den Zirkel der Fülle des Universums in unserem Leben. [4, S. 25]

Drei: Das Gesetz des Karmas oder von Ursache und Wirkung

Karma beschreibt zunächst lediglich die Tatsache, dass wirklich jede Entscheidung und Handlung eine Konsequenz außerhalb und innerhalb des Handelnden hervorruft. Das Handeln des Menschen, und zwar jeweils das individuelle und kollektive, ist synonym zum Spiegelbild seines Innenlebens und das, was ihm nun widerfährt, hat ohne Frage nur der Mensch selbst zu verantworten.

Karma heißt die ewige Behauptung der menschlichen Freiheit … Unsere Gedanken, unsere Worte und Taten sind die Fäden des Netzes, das wir um uns werfen.
– Swami Vivekananda

Was Erfolg nun mit Karma zu tun hat, sollte zweifelsohne einleuchten: Jeder Mensch wählt seinen sowie den Erfolg der Menschheit zugleich durch seine eigenen Entscheidungen. Wenn wir wünschen Glück, Gesundheit, Frieden und dergleichen zu kultivieren, so müssen wir dafür in Aktion treten und unsere Taten neu orientieren.

Jeder hat schon einmal den Ausdruck gehört „Was du säst, wirst du ernten“. Es ist offensichtlich, dass, wenn wir Glück in unserem Leben erschaffen wollen, wir zunächst lernen müssen, die Samen des Glücks zu sähen. Karma impliziert demnach den Akt der bewussten Entscheidung. [4, S. 39]

Vier: Das Gesetz des geringsten Aufwandes

Nur der Mensch bemüht sich und strengt sich an, um etwas zu erreichen. Dabei merkt er nicht, dass er eigentlich gegen die Natur arbeitet. Ein Fisch bemüht sich nicht zu schwimmen, er schwimmt einfach. Ebenso muss auch der Mensch lernen, sich nicht um Erfolg zu bemühen, sondern einfach erfolgreich zu sein.

Das Gesetz des geringsten Aufwandes basiert auf der Tatsache, dass die Intelligenz der Natur mit müheloser Leichtigkeit und losgelöster Sorglosigkeit funktioniert. Dies ist das Prinzip der geringsten Aktion, des geringsten Widerstands. Wenn wir diese Lektion aus der Natur lernen, werden wir all unsere Wünsche ohne Mühe erfüllen können. [4, S. 53]

Das Gesetz des geringsten Aufwandes besteht aus drei Komponenten – drei Dinge, die man tun kann, um die Idee von „Arbeite weniger; Erreiche mehr“ umzusetzen: erstens Akzeptanz (das Akzeptieren der Umstände, wie sie sind), zweitens Verantwortung (niemanden beschuldigen und jedem Problemen kreativ entgegentreten) sowie drittens Offenheit (alle Masken, Schutzwälle und Rechtfertigungen aufgeben).

Fünf: Das Gesetz von Absicht und Wunsch

Die Welt ist im Kern eine allgegenwärtige Energie, die sich verwandelt, demnach von einer Möglichkeit zu zu einer Aktualität manifestiert. Diese Manifestation von Möglichem zeigt sich auch im Handeln des Menschen, der durch seine Absicht Dinge ins Leben rufen kann. Erfolgreich kann man in jedem Fall jedoch nur dann sein, wenn man voll und ganz im gegenwärtigen Moment verweilt.

Intention kombiniert mit Losgelöstheit führt zu einem mitten im Leben stehenden, gegenwärtigen Bewusstsein. Wenn die Handlung mit dem Bewusstsein des gegenwärtigen Moments ausgeführt wird, ist sie am effektivsten.

Deine Absicht ist für die Zukunft, aber deine Aufmerksamkeit ist in der Gegenwart. Solange deine Aufmerksamkeit in der Gegenwart liegt, wird sich deine Absicht für die Zukunft manifestieren, weil die Zukunft in der Gegenwart erschaffen wird. [4, S. 73]

Absicht ist die wahre Kraft hinter dem Begehren. Absicht allein ist sehr mächtig, denn Absicht ist Begehren ohne Bindung an das Ergebnis. Das Begehren allein ist schwach, da es in den meisten Menschen an einen gewünschten Ausgang ihrer Handlung gebunden ist. Auf diese Weise distanzieren sie sich von der Gegenwart und sind nicht in der Lage authentisch zu handeln.

Sechs: Das Gesetz des Loslassens

Menschen sind ständig auf der Suche nach Sicherheit. Das Streben nach Sicherheit ist leider nichts als ein Streben nach einer Illusion, denn darin verbirgt sich das sture Festhalten an dem bereits Bekannten, d.h. der Vergangenheit. Wahrer Erfolg kann jedoch niemals erlangt werden, wenn man sich auf das Bekannte stützt und so die Möglichkeit zum Wachstum ins zunächst Unbekannte verwirft.

In der Losgelöstheit liegt die Weisheit der Unsicherheit … in der Weisheit der Unsicherheit liegt die Freiheit von unserer Vergangenheit, von dem Bekannten, das das Gefängnis unserer vergangenen Konditionierung ist. Und in unserer Bereitschaft, ins Unbekannte zu treten, in das Feld aller Möglichkeiten, überlassen wir uns dem kreativen Geist, der den Tanz des Universums orchestriert. [4, S. 81]

Sieben: Das Gesetz des Dharmas oder vom Sinn des Lebens

Das letzte Gesetz gibt dem Erfolg seine Vollendung. Jeder von uns besitzt eine gar einzigartige und von keinem anderen Meschen zu imitierende Leistung, die, wenn sie mit den Bedürfnissen der Welt in Verbindung gebracht wird, zur Vollkommenheit führt. Wir erfüllen nur auf diese Weise unseren Lebenssinn und reichen damit unser Geschenk an die Menschheit weiter – dies ist das Dharma.

Jeder besitzt einen Sinn im Leben … ein einzigartiges Geschenk oder ein besonderes Talent, das man anderen geben kann. Wenn wir dieses einzigartige Talent mit dem Dienst an anderen verbinden, erfahren wir die Ekstase und Freude unseres eigenen Geistes, was das ultimative Ziel aller Ziele ist. [4, S. 93]


Quellen und Verweise

[1] Bild von Deepak Chopra: By Mitchell Aidelbaum (originally posted to Flickr as Deepak Chopra) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

[2] Informationen über Dr. Deepak Chopra | Webseite (ENG)

[3] Chopra Foundation: About | Webseite (ENG)

[4] Meine Übersetzung aus: Deepak Chopra: The Seven Spiritual Laws of Success, New World Library, Amber-Allen Publishing, 1994 | Literatur (DEU)

[5] Washingtonpost – Steven Newton: Scientist: Why Deepak Chopra is driving me crazy | Artikel (ENG)

Empfehlungen

Buch: Chopra, Deepak: Das Buch der Geheimnisse. München: Goldmann, 2004 | Literatur (DEU)

Blog: Hinduismus zur Einführung, Teil 1 | Artikel (DEU)

Blog: Hinduismus zur Einführung, Teil 2 | Artikel (DEU)

Video: Ancient Wisdom in Modern Times – Deepak Chopra and Sadhguru, Ms. Chandrika Tandon | YouTube (ENG)

Buch: Chopra, Deepak: Ageless body, timeless mind. New York: Three Rivers Press, 1994 | Literatur (ENG)

Buch: Chopra, Deepak: Feuer im Herzen: Eine spirituelle Reise. Zürich: Diogenes, 2006 | Literatur (DEU)

Blog: Frankl, Viktor: Über Leid und den Sinn des Lebens | Artikel (DEU)