Projekt Wegweiser

Jungen Menschen helfen einen Sinn in Schule und Leben zu finden

Das folgende Phänomen dient als Motivation für dieses Projekt: Viele Schüler geraten in Krisen, Verzweiflung und Resignation, weil sie keinen Sinn in der Schule und darüber hinaus auch keinen Sinn in ihrem Leben finden.

Diese moderne Erscheinung der „noogenen Neurose“ – der Sinnkrise – stellt eine neue Herausforderung an die Unterrichtsmethoden sowie Lerninhalte, welcher viele Schulen leider im Rahmen der reinen Informations- und Kompetenz-Vermittlung nicht gerecht werden.

Das Projekt Wegweiser stellt eine Maßnahme dar, dieser Entwicklung aktiv und tatkräftig entgegenzuwirken sowie Aufmerksamkeit auf das Thema Sinn & Schule zu lenken.
Hierbei gliedert es sich in zwei wesentliche Teile:

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Die Grundlage für das Projekt ist die Durchführung einer Umfrage zum Thema ‚Sinn und Sinnfindung‘ an Schulen mit Schülern zwischen 16 und 19 Jahren, sowie die Erarbeitung und Bereitstellung eines philosophischen Magazins mit Inhalten, die konkret auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zugeschnitten sind. Die Materialien des Magazins sind so gestaltet, dass sie einerseits als Lehrgrundlage dienen, andererseits aber auch in autodidaktischer Form bearbeitet werden können.

Dieses Projekt lebt von Spenden. Du möchtest auch etwas für das Leben vieler junger Menschen tun?

Wie funktioniert das Projekt?

  • Der erste Teil des Projekts besteht aus einer klein angelegten Studie zum Thema ‚Sinn‘, die mehr Aufmerksamkeit auf dieses brisante Thema lenken und vorangegangene Forschungsergebnisse bekräftigen soll.
  • Die Studie in Form einer MLQ-Umfrage soll mit circa 300-500 Schülern zwischen 16 und 19 Jahren stattfinden.
  • Ausgehend von diesen Ergebnissen können Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche lebensnahen Themen besondere Wichtigkeit für die ganzheitliche Entwicklung der Schüler haben, worauf letztlich die Erarbeitung des philosophischen Magazins abzielt.
  • Im zweiten Teil des Projektes wird das philosophische Magazin entworfen, ausgearbeitet, gedruckt und an Schüler und Lehrer weitergereicht. Eine ausführliche Beschreibung rund um die Ideen des Projekts Wegweiser findest du am Ende der Seite unter der Überschrift ‚Eine ausführliche Beschreibung‘. Hier gibt es das Informationsblatt zum Projekt.

Was kommt ins Magazin?

An erster Stelle des Projekts steht der Prozess der Orientierung. In vielerlei Hinsicht fehlt den Schülern heutzutage eine weitreichende Perspektive, die es nicht nur ermöglicht Kompetenzen für einen Beruf zu erwerben, sondern weit darüber hinaus eine Basis für die eigene Glückseligkeit, Freiheit und Verantwortung stellt.

Aus obigem Grund sind die Inhalte des Magazins auf den Hauptpfeiler der Sinnvermittlung gegründet, der nochmals von vier weiteren Trägern gestützt wird: 1. Individuelle Kompetenzen, Fähigkeiten und Talente, 2. Die Gemeinschaft oder auch das Miteinander, 3. Selbsttranszendenz oder die Hingabe an ein größeres Ziel, und zuletzt das Beitragen kraft eigenen Handelns oder auch das Erschaffen.

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Die vier Stützpfeiler der Sinnvermittlung lassen sich in sehr einfach zu beschreibende und für das gelungene Leben essentielle Kategorien von Werten unterteilen. Wie alle Werte, die in der praktischen Philosophie von großer Bedeutung sind, sprechen wir genauer gesagt von Wertpaaren, die den vier Stützpfeilern wie folgt zugeordnet sind:

1. Individuelle Kompetenzen, Fähigkeiten und Talente

Wertepaar: Individualität und Respekt

Am Ausgangspunkt der Wertepaarstruktur befindet sich stets die eigene Person. Zunächst muss es also ein Anliegen sein, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und mit sich selbst in Harmonie zu gelangen. Auf diesen Aspekt wird im Projekt besonders Wert gelegt, da es eben auch zur autonomen Gestaltung des Lebens führen soll.

Darum wird an dieser Stelle eine Grundlage zur Selbsttransformation geboten, die auf Achtsamkeit, Reflexion, Disziplin und Visualisierung fokussiert ist. Jedes dieser Instrumente lässt sich im Folgenden mit den verbleibenden drei Wertepaaren in Verbindung setzen (z.B. Reflexion über das eigene Handeln oder Achtsamkeit im Umgang mit anderen Menschen).

2. Die Gemeinschaft oder auch das Miteinander

Wertepaar: Freiheit und Verantwortung

Hier dreht sich alles um das richtige Verhältnis von Individuum zu Gesellschaft. Zentrales Element ist hierbei die Vermittlung und Einsicht in die Freiheit und Autonomie des Menschen, die jedoch – und dies soll absoluter Hauptgegenstand des zweiten Stützpfeilers sein – niemals ohne Verantwortung gedacht werden darf.

3. Selbsttranszendenz oder auch die Hingabe an ein größeres Ziel

Wertepaar: Hingabe und das Warum

Das dritte Wertepaar konzentriert sich speziell auf die Sinnfindung. Natürlich geschieht dies ohne Bezugnahme zu religiös-dogmatischen oder metaphysischen Positionen, die nur eine weitere Vorschrift und Unmündigkeit bedeuten würden.

Es soll vielmehr gezeigt werden, wie jeder Mensch für sich einen Sinn finden kann und gleichzeitig wird dazu ermutigt, sich der Suche nach dem Sinn bewusst und aktiv zu stellen, sodass eine eigene aus dem Selbst hervorgebrachte Position möglich wird.

4. Beitragen durch Handeln oder auch das Erschaffen

Wertepaar: Kreativität und Knowhow

Im letzten Schritt soll eine Synthese der ersten drei Aspekte zur schlussendlichen Umsetzung, d.h. praktischen Verwendung des Gesagten führen. Im Kern des Projekts, was im letzten Punkt betont wird, steht die Darstellung, Einsicht und Vermittlung zu diesen Wertepaaren, sowie die gezielte Weitergabe von Ressourcen zur eigenständigen Bearbeitung und Intensivierung dieser Lebensbereiche, was natürlich über das Projekt hinaus ein hilfreicher Wegweiser zur Lebensführung sein soll.

Eine ausführliche Beschreibung

Das Projekt Wegweiser hat den Begriff Sinn im Zentrum. Dieser findet beinahe unter keinem Namen mehr Gewichtung und Relevanz als es die humanistische Anthropologie und Psychotherapie Viktor Frankls erlaubt. Das Projekt Wegweiser nimmt sich dies zum Vorbild.

Im Zuge der von ihm begründeten Logotherapie und Existenzanalyse spiegelt der Sinnbegriff das noodynamische Potenzial des Menschen wider, dessen primäre Motivation nebst seiner ihm wesentlichen Merkmale der Verantwortung und geistigen Freiheit die Sinnsuche und deren Verwirklichung ist.

Die personale Kompetenz zur Werte- und Sinnverwirklichung, demnach zur Überwindung leidvoller und sinnentbehrter Lebenssituationen, lässt sich in der von Frankl als „Trotzmacht des Geistes“ betitelten latenten Variable wiederfinden.

Die Trotzmacht des Geistes bildet die Grundlage des empirischen Teils dieses Projekts und baut auf dem von Prof. Michael F. Steger entwickelten Fragebogen ‚Meaningful Life Questionnaire‘  auf. Dieser Fragebogen soll an Schülern der Altersstufe 16-19 erprobt werden, um frühere Umfrageergebnisse zum Thema Sinn, wie die des American Council on Education, zu bestätigen.

Die Hypothesenbildung fasst sich damit zusammen, dass insbesondere junge Menschen unter der hohen Last höherer Anforderungen in Berufswahl und Lebensgestaltung sowie der Vielzahl immer weiter ansteigender Freiheitsgrade der modernen Gesellschaft häufig an Orientierungslosigkeit, Sinnentbehrung und Ziellosigkeit leiden.

Diese Hypothese wurde bereits durch viele vorangegangene Mentoring-Programme und davon abgesehen immer wieder von umgreifenden Erfahrungen von Lehrern allumseitig bekräftigt. Um dieser Tatsache zu begegnen besteht der theoretische Teil dieser Arbeit aus der Ausarbeitung eines gedruckten philosophischen Magazins.

Dieses umfasst Inhalte zur Sinnfindung und Sinnverwirklichung, Existenzanalyse, Logotherapie, Lebensphilosophie und Ethik – alle schülergerecht dargestellt und vermittelt. Das Arbeitsheft soll als selbstständiges Lernkonzept dienen und über Crowd-Funding finanziert an Schüler und Lehrer weitergereicht werden.

Die Ideen werden zusätzlich im kleineren Kreis einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft bearbeitet (Ort: Großraum Stuttgart).

Ziel dieses Projektes ist es, die Relevanz der Trotzmacht des Geistes für das individuelle und soziale Leben offenzulegen und somit jungen Menschen dabei zu helfen, verstehen zu lernen, was Sinn bedeutet, wie man ihn für sich finden kann und wie man dessen systematische Förderung für sich wirksam macht.

Dieses Projekt lebt von Spenden. Du möchtest auch etwas für das Leben vieler junger Menschen tun?


Weiterführende Literatur zum Thema „Sinnforschung“

  1. Battista, John & Richard Almond (1973): The development of meaning in life. Psychiatry, 36, 409-427.
  2. Crumbaugh, James C. & Leonard T. Maholick (1964): An experimental study in existentialism: The psychometric approach to Frankl’s concept of noogenic neurosis. Journal of Clinical Psychology, 20, 589-596.
  3. Schnell, Tatjana (2008): Deutsche in der Sinnkrise? Ein Einblick in die Sinnforschung mit Daten einer repräsentativen Stichprobe. Journal für Psychologie, Jg. 16, Ausgabe 3.
  4. Steger, M. F., & Kashdan, T. B. (2007). Stability and specificity of meaning in life and life satisfaction over one year. Journal of Happiness Studies, 8, 161-179.
  5. Steger, M. F., & Shin, J. Y. (in press). The relevance of the Meaning in Life Questionnaire to therapeutic practice: A look at the initial evidence. International Forum on Logotherapy.
  6. Steger, M. F., Frazier, P., Oishi, S., & Kaler, M. (2006). The Meaning in Life Questionnaire: Assessing the presence of and search for meaning in life. Journal of Counseling Psychology, 53, 80-93.
  7. Steger, M. F., Kashdan, T. B., Sullivan, B. A., & Lorentz, D. (2008). Understanding the search for meaning in life: Personality, cognitive style, and the dynamic between seeking and experiencing meaning. Journal of Personality, 76, 199-228.
  8. Steger, M. F., Kawabata, Y., Shimai, S., & Otake, K. (2008). The meaningful life in Japan and the United States: Levels and correlates of meaning in life. Journal of Research in Personality, 42, 660-678.
  9. Wong, Paul T.P. & Prem S. Fry (Hg.) (1998): The Human Quest for Meaning. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.
  10. Wong, Paul T.P. (1998): Implicit Theories of Meaningful Life and the Development of the Personal Meaning Profile. In Paul T.P. Wong & Pem S. Fry (Hg.), The Human Quest for Meaning (111-140). Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.